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Ein Anzug nach Maß muss nicht teuer sein - Ihre günstigen Wege zum Maßanzug

15.02.2007

15 Feb 2007

Am Rande erwähnt, Mittelstands- und Unternehmer-Informationen Kommentar hinzufügen

15. Februar 2007 
„Ich trage Maßanzug“ – mit dieser Ansage macht Herbert M. im Freundeskreis gelegentlich Eindruck, wie er sagt. Seit sechs Jahren kauft der Geschäftsmann seine Anzüge in der Frankfurter Dolzer-Filiale. „Ich hatte immer Probleme mit der Hosenlänge. Seit dem ersten Versuch kaufe ich nur noch nach Maß.“

Nach Maß – das heißt in diesem Fall, dass Arm- und Beinlänge, Brust- und Bauchumfang von Hand gemessen und später am Computer zugeschnitten werden. Gefertigt aber wird der Anzug industriell. Eine Anprobe zwischendurch gibt es nicht. Bei Bedarf wird nachjustiert, wenn der Kunde kommt, um den fertigen Anzug abzuholen. Ein Anzug aus Maßkonfektion ist also nicht zu verwechseln mit einem wirklichen Maßanzug, den ein Maßschneider seinem Kunden in 60 bis 70 Stunden Handarbeit einschließlich mehrerer Anproben auf den Leib schneidert.

 

„Bessere Qualität für weniger Geld“

„Mass customization“, industrielle Einzelfertigung, nennen Maßkonfektionäre wie Dolzer und Kuhn ihr Geschäft. Beide haben im unterfränkischen Schneeberg ihren Ursprung und betreiben unter anderem in Frankfurt Filialen. Auch das Kaufhaus C & A an der Zeil nimmt auf Wunsch Maß, Karstadt hingegen „vorübergehend“ nicht mehr, wie es heißt. Ein Anzug aus Maßkonfektion ist mitunter günstiger als ein Exemplar von der Stange. Ein Beispiel: 439 Euro muss der Kunde zur Zeit beim Herrenausstatter Wormland für einen Joop-Anzug aus Schurwolle in der Garnqualität Super 120 zahlen. Die Firma Dolzer, gern auch als Aldi der Branche bezeichnet, bietet Anzüge in dieser Stoff-Kategorie schon für 265 Euro an. Kuhn verlangt 339 Euro. „Bei uns bekommt der Kunde für weniger Geld die bessere Qualität“, sagt Geschäftsführer Michael Kuhn. „Nur steht bei uns Kuhn drin und nicht Boss.“

Ein kühner Vergleich, meint Roland Thießen, Geschäftsführer der Maßschneider-Innung Frankfurt. „Ein Anzug aus Maßkonfektion ist immer nur so gut wie der, der ihn verkauft“, sagt der Schneidermeister. „Unqualifizierte Eingriffe“ führten nicht selten zu Fehlern im Maßsystem. Thießen hält daher den Konfektionsanzug von der Stange, dessen Passformen ausgereift seien, unter Umständen für das bessere Produkt.

Wie dem auch sei, das Geschäft der Maßkonfektionäre brummt. Dolzer wird in den nächsten Wochen drei neue Filialen (in Düsseldorf, Essen und Nürnberg) eröffnen. Die Firma Kuhn hat ihre Fühler erst 2006 nach Hamburg und Wien ausgestreckt. Nicht immer sei es eine ungewöhnliche Figur, die Herren und zunehmend auch Damen ins Geschäft für Maßkonfektion treibt. „Das Bedürfnis nach Individualität hat stark zugenommen“, sagt Kuhn. Das bestätigen auch kleine Maßschneidereien aus der Region, die nach eigenen Angaben alle gut zu tun haben. Kuhn sieht in der Maßkonfektion die passende Antwort, da sich der Kunde seinen Anzug „nach dem Baukastenprinzip“ individuell zusammenstellen könne, „ohne dass er dafür gleich 2000 Euro zahlen muss“.

 

Transparente Preise

Maßkonfektion ist nichts für ungeduldige Menschen – schon allein deshalb, weil der Anzug nicht sofort mit nach Hause genommen, sondern erst – im Schnitt – sechs Wochen später abgeholt werden kann. Wer zum ersten Mal kommt, sollte ein, zwei Stunden Zeit mitbringen, denn es gilt jede Menge Entscheidungen zu treffen. Das geht schon los mit der Stoffauswahl. Dolzer und Kuhn haben ein reichhaltiges Angebot, das vom strapazierfähigen Tuch bis zu superleichten Stöffchen namhafter Webereien wie Cerruti oder Reid & Tayler reicht. Dann kommt der Schnitt. Kragen schmal oder breit, Rückengurt oder Schlitz – aus vier Grundmodellen für die Anzugjacke kann der Kunde bei Dolzer wählen und jedes Modell, etwa bei Taschenform und Ärmelknöpfen, nach seinen Vorstellungen variieren. Gleiches gilt für die Anzughose. Mancher Sonderwunsch kostet extra, so etwa die Handkante am Revers (6 Euro) oder das Knöpfe-Set aus Büffelhorn (6 Euro). Alles in allem sind die Preise bei Dolzer transparent.

Ist der Wunschanzug zusammengestellt, geht es zum Maßnehmen in die Kabine. Bis auf die Unterhose ausziehen muss man sich dort im übrigen nicht. Allerdings muss der Kunde beim Abschluss des Geschäfts die Hälfte des Rechnungsbetrags anzahlen. Kuhn macht das auch so. Auf diese Weise schmälern die Maßkonfektionäre das Risiko, dass ein Anzug später nicht abgeholt wird. Und es rechnet sich. Dolzer könne seine Anzüge unter anderem nur deshalb so günstig anbieten, weil der Kunde mit seiner Anzahlung quasi die Herstellung vorfinanziere, sagt Dolzer-Sprecher Hasso Mansfeld. Hinzu kommt: Produziert wird nur nach Auftrag, das heißt: Bei Dolzer und Co. verstaubt kein Anzug an der Stange. „Unsere Kosten sind insgesamt günstiger als die der Konfektionäre“, erläutert Mansfeld. Freilich werden auch Dolzer-Anzüge inzwischen nicht mehr in Deutschland genäht. Die Firma produziert komplett in Tschechien. Dorthin hat auch Kuhn einen „kleinen Teil“ der Produktion verlagert, wie es heißt.

Über die guten Geschäfte der Maßkonfektionäre müssen sich aus Dolzer-Sicht die Maßschneider freuen. Mansfeld geht davon aus: Wer einen Anzug aus Maßkonfektion schätzt, versucht es eines Tages vielleicht einmal mit einem „echten“ Maß-Exemplar. In diesem Fall sollte Dolzer-Kunde Herbert M. schon einmal anfangen zu sparen. Die Anzug-Preise bei Meister Thießen beginnen bei 2500 Euro.

Quelle: FAZ-net

Eine weitere gute und verlässliche Quelle für Maßanzüge in Frankfurt ist www.massanzug.biz. Der Inhaber Stephan Görner nimmt sich viel Zeit für seine Kunden und veröffentlicht regelmäßig eine Stil-Kolumne in Room 55, einem Frankfurter LifeStyle- und Fashion-Magazin.

2 Antworten zu “Ein Anzug nach Maß muss nicht teuer sein - Ihre günstigen Wege zum Maßanzug”

  1. Pingback von

    Internet-heute » Re: Kostenpflicht im Internet? Ich glaube es baggert! - Das waren die Roots: Wie das Internet na…

    17. März 2008 um 11:01

    [...] Was denkt dieser Herr denn, wieviele Nutzer das Internet heute hätte, > gäbe es ein HTTP- und Mail-Porto? Die Idee ist nicht neu. Bill Gates hat es vorgeschlagen, bei AOL war es auch [...]

  2. Kommentar von

    Alexey Vidanov

    26. November 2008 um 13:34

    Gut geschrieben und noch eine gute Quelle für Massmode für Männer ist
    http://aull.de

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